Open Source Miners
Anleitung

Bitaxe & NerdQaxe einrichten: die komplette Anleitung

Von Lukas Henning · 12. Mai 2026 · 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 05. Juni 2026

Einen Bitaxe oder eine NerdQaxe einzurichten dauert weniger als 15 Minuten – und du brauchst dafür weder Vorwissen noch zusätzliche Software. In dieser Anleitung gehen wir den kompletten Weg vom Auspacken bis zum ersten akzeptierten Share durch: WLAN verbinden, das AxeOS-Dashboard öffnen, deinen Mining-Pool und deine Bitcoin-Adresse eintragen und am Ende kontrollieren, ob alles sauber läuft.

Die Schritte sind für alle Geräte mit der offenen Firmware AxeOS identisch – egal ob du einen Bitaxe Gamma, einen Nerdaxe Gamma, eine NerdQaxe ++ oder einen NerdOctaxe einrichtest.

Das brauchst du vorab

  • Den Miner und das passende Netzteil (bei unseren Geräten liegt es bei).
  • Ein 2,4-GHz-WLAN – wichtig: AxeOS funkt nicht im reinen 5-GHz-Netz.
  • Eine eigene Bitcoin-Adresse (am besten aus einer Wallet, die du selbst kontrollierst).
  • Ein Handy oder einen Laptop für die Ersteinrichtung.

1. Anschließen und starten

Stell den Miner auf eine stabile, gut belüftete Fläche und steck das Netzteil ein. Nach dem Boot zeigt das Display – oder bei Geräten ohne Display die LED – an, dass das Gerät hochgefahren ist. Beim allerersten Start spannt der Miner ein eigenes WLAN auf, über das du ihn konfigurierst.

2. Mit dem Setup-WLAN verbinden

Öffne auf deinem Handy oder Laptop die WLAN-Übersicht. Dort taucht ein Netz auf, das nach dem Gerät benannt ist – zum Beispiel Bitaxe_xxxx oder NerdQaxe_xxxx. Verbinde dich damit. In der Regel öffnet sich automatisch ein Konfigurationsfenster (Captive Portal). Passiert das nicht, rufe im Browser 192.168.4.1 auf.

  • Wähle dort dein Heim-WLAN aus der Liste aus.
  • Gib das WLAN-Passwort ein und speichere.
  • Der Miner startet neu und verbindet sich jetzt mit deinem normalen Netz.

3. Das AxeOS-Dashboard öffnen

Nach dem Neustart hängt der Miner in deinem Heimnetz und bekommt eine eigene IP-Adresse. Bei Geräten mit Display steht diese direkt darauf (z. B. 192.168.1.42). Tippe sie im Browser ein, und das AxeOS-Dashboard öffnet sich. Hast du kein Display, findest du die IP im Router unter den verbundenen Geräten – oder du nutzt den Hostnamen, den AxeOS vergibt.

Tipp: Vergib im Router eine feste IP für den Miner. Dann bleibt das Dashboard immer unter derselben Adresse erreichbar, auch nach einem Neustart.

4. Mining-Pool und Bitcoin-Adresse eintragen

Damit dein Miner weiß, wohin er arbeiten soll, trägst du unter Settings einen Pool ein. Das ist der wichtigste Schritt – hier entscheidet sich auch, ob du solo oder im Pool minst. Die Details dazu erklären wir ausführlich in Bitaxe Mining-Pool einrichten: Solo vs. Pool. Kurzfassung:

  • Stratum URL & Port: die Adresse deines Pools (für Solo z. B. public-pool.io).
  • Stratum User: in der Regel deine eigene Bitcoin-Adresse, optional mit Worker-Namen im Format adresse.worker1.
  • Stratum Password: meist einfach x.

Trag deine Bitcoin-Adresse sorgfältig ein – ein Tippfehler bedeutet im schlimmsten Fall, dass ein gefundener Ertrag ins Leere läuft. Kopiere sie am besten direkt aus deiner Wallet. Viele AxeOS-Versionen erlauben zusätzlich einen zweiten (Fallback-)Pool, der einspringt, falls der erste ausfällt – sinnvoll für den Dauerbetrieb.

5. Speichern und erste Kontrolle

Nach dem Speichern verbindet sich der Miner neu mit dem Pool. Wirf jetzt einen Blick aufs Dashboard und achte auf drei Dinge:

  • Hashrate: Sie sollte sich nach ein paar Minuten auf den typischen Wert deines Geräts einpendeln (z. B. ~1,3 TH/s beim Bitaxe Gamma).
  • Akzeptierte Shares (Accepted): Sobald hier Zahlen hochzählen, arbeitet dein Miner korrekt am Pool.
  • Temperatur: Sie sollte im grünen Bereich bleiben. Steigt sie zu hoch, sorge für mehr Frischluft oder rüste die Kühlung auf.

6. Frequenz und Spannung – erst beobachten, dann tunen

AxeOS liefert ab Werk sinnvolle Standardwerte. Lass den Miner zunächst ein paar Stunden so laufen und beobachte Hashrate, Temperatur und Effizienz (J/TH). Erst danach lohnt sich vorsichtiges Optimieren in kleinen Schritten. Wie das sicher geht, ohne Abstürze zu provozieren, zeigt unser Ratgeber AxeOS Tuning: Frequenz & Spannung richtig einstellen.

Faustregel: Lieber 2 °C kühler und stabil als 5 % mehr Hashrate mit Abstürzen. Ein Miner, der durchläuft, leistet mehr als einer, der ständig neu bootet.

Häufige Stolpersteine

  • Kein Setup-WLAN sichtbar? Gerät kurz vom Strom trennen und erneut starten.
  • Dashboard nicht erreichbar? Prüfe, ob du im selben Netz bist wie der Miner (nicht im Gäste-WLAN).
  • Keine akzeptierten Shares? Meist sitzt ein Tippfehler in der Stratum-URL oder der Adresse – weitere Lösungen in unserem Bitaxe Troubleshooting.

Fertig – du minst live

Sobald im Dashboard akzeptierte Shares auftauchen, nimmst du aktiv am Bitcoin-Netzwerk teil. Ab hier ist Mining angenehm wartungsarm: ein gelegentlicher Blick auf Temperatur und Hashrate genügt. Wenn du tiefer einsteigen willst, ist unser großer Ratgeber zum Bitcoin Mining zuhause der nächste logische Schritt. Und falls beim Einrichten etwas hakt, helfen wir dir gern weiter – auf Deutsch, meist innerhalb von 24 Stunden.

Geschrieben von

Lukas Henning · Mining-Redakteur & Hardware-Experte

Lukas beschäftigt sich seit Jahren mit Bitcoin-Mining und betreibt mehrere Open-Source-Miner wie Bitaxe und NerdQaxe im eigenen Zuhause. Für Open Source Miners testet er Hardware, dokumentiert Setups und übersetzt Mining-Technik in verständliche Anleitungen – praxisnah, ehrlich und ohne Hype.

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