Open Source Miners
Anleitung

AxeOS Tuning: Frequenz & Spannung richtig einstellen

Von Lukas Henning · 02. Juni 2026 · 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 05. Juni 2026

Die offene Firmware AxeOS lässt dich Frequenz und Spannung deines Miners selbst einstellen. Richtig gemacht holst du damit mehr Effizienz oder etwas mehr Hashrate heraus – falsch gemacht wird das Gerät instabil und startet ständig neu. Der Schlüssel ist Geduld: in kleinen Schritten vorgehen und nach jeder Änderung beobachten. Diese Anleitung zeigt dir, wie du sicher tunst.

Was du verstehen musst: J/TH

Die wichtigste Kennzahl beim Tuning ist die Effizienz in J/TH (Joule pro Terahash) – also wie viel Energie dein Miner für eine bestimmte Rechenleistung braucht. Niedrigere J/TH bedeutet: mehr Hashrate pro Watt, also sparsamer. Ziel des Tunings ist meist nicht maximale Hashrate um jeden Preis, sondern der beste Kompromiss aus Hashrate, Verbrauch und Stabilität.

Wie Frequenz und Spannung zusammenhängen

Vereinfacht gesagt: Eine höhere Frequenz erhöht die Hashrate, braucht aber meist auch mehr Spannung – und mehr Spannung erzeugt mehr Wärme und Verbrauch. Zu wenig Spannung bei zu hoher Frequenz führt zu Rechenfehlern (verworfene Shares) und Abstürzen. Es geht also darum, das stabile Optimum aus beiden zu finden.

1. Erst messen, dann ändern

Lass den Miner mit den Werkseinstellungen ein paar Stunden laufen und notiere dir Hashrate, Temperatur und vor allem die J/TH. Das ist dein Ausgangspunkt (Baseline), an dem du jede Änderung misst. Ohne Baseline tappst du im Dunkeln.

2. In kleinen Schritten tunen

  • Ändere immer nur einen Wert auf einmal – erst Frequenz ODER Spannung, nie beides gleichzeitig.
  • Gehe in kleinen Schritten vor und warte nach jeder Änderung 15–30 Minuten.
  • Beobachte die Temperatur und die Rate der akzeptierten Shares.
  • Tauchen verworfene Shares (rejected) auf oder bootet das Gerät neu, gehe einen Schritt zurück.

3. Temperatur im Blick behalten

Wärme ist der natürliche Feind von Stabilität und Lebensdauer. Hält der ASIC kühle Temperaturen, hast du mehr Spielraum nach oben. Steigt die Temperatur in kritische Bereiche, drosselt der Chip (Throttling) und die Hashrate bricht ein. Gute Kühlung ist deshalb die Voraussetzung für jedes ernsthafte Tuning.

Gute Kühlung ist die Basis fürs Tuning: Mit einem ICE Tower oder dem AXP60 Copperzilla hast du deutlich mehr Reserve, bevor die Temperatur zum Limit wird.

4. Effizienz schlägt rohe Hashrate

Ein Gerät, das stabil 24/7 durchläuft, leistet über die Zeit mehr als eines, das mit 5 % mehr Hashrate alle paar Stunden neu startet – denn jeder Neustart bedeutet Minuten ohne Mining. Wer auf niedrige J/TH optimiert, spart Strom und schont die Hardware. Das wirkt sich direkt auf deine Stromkosten aus.

Automatik vs. manuell

Manche AxeOS-Versionen bringen eine Auto-Tuning-Funktion mit, die selbstständig nach stabilen Werten sucht. Das ist ein guter, bequemer Startpunkt. Wer das letzte Quäntchen Effizienz will, kommt ums manuelle Feintuning aber selten herum – mit der nötigen Geduld.

Wichtig zum Schluss: Tuning geschieht auf eigene Verantwortung. Bleib in vernünftigen Bereichen, dann ist das Risiko gering und der Gewinn an Effizienz spürbar. Wenn dein Gerät nach dem Tuning zickt, hilft unser Bitaxe Troubleshooting beim Zurücksetzen.

Geschrieben von

Lukas Henning · Mining-Redakteur & Hardware-Experte

Lukas beschäftigt sich seit Jahren mit Bitcoin-Mining und betreibt mehrere Open-Source-Miner wie Bitaxe und NerdQaxe im eigenen Zuhause. Für Open Source Miners testet er Hardware, dokumentiert Setups und übersetzt Mining-Technik in verständliche Anleitungen – praxisnah, ehrlich und ohne Hype.

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