Solo-Mining mit dem Bitaxe – lohnt sich das wirklich?
Von Lukas Henning · 20. Mai 2026 · 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 05. Juni 2026
Die ehrliche Antwort vorweg: Solo-Mining mit einem Home-Miner ist eine Lotterie. Ein einzelner Bitaxe steuert nur einen winzigen Bruchteil zur weltweiten Rechenleistung bei – die Chance, allein einen ganzen Block zu finden, ist sehr klein. Trotzdem laufen weltweit zehntausende dieser Geräte. In diesem Ratgeber rechnen wir nüchtern durch, was du realistisch erwarten kannst, was der Betrieb kostet und wann sich Solo-Mining trotzdem lohnt.
Was bedeutet Solo-Mining überhaupt?
Beim Solo-Mining versuchst du, einen kompletten Bitcoin-Block ganz allein zu finden, statt deine Leistung in einem Pool mit vielen anderen zu bündeln. Findest du einen Block, bekommst du die volle Belohnung; findest du keinen, gibt es nichts. Es ist Alles-oder-nichts – mit einem sehr hohen Hauptgewinn und einem sehr geringen Einsatz.
Der Hauptgewinn: ein ganzer Block
Wer solo mint und tatsächlich einen Block findet, kassiert die komplette Block-Belohnung von aktuell 3,125 BTC plus die Transaktionsgebühren des Blocks – je nach Kurs also mehrere Hunderttausend Euro. Und ja, das passiert: Es gab in den letzten Jahren mehrfach dokumentierte Fälle, in denen ein einzelner Solo-Miner mit einem winzigen Gerät einen Block gefunden hat. Genau dieser Lotterie-Charakter macht den Reiz aus.
Wie hoch ist die Chance konkret?
Rechnen wir es durch. Die globale Netzwerk-Hashrate liegt aktuell in der Größenordnung von mehreren Hundert Exahash pro Sekunde. Nimmt man rund 800 EH/s an, steuert ein Bitaxe mit 1 TH/s etwa ein 800-Millionstel der gesamten Rechenleistung bei. Statistisch findet er damit im Schnitt:
- Bitaxe Gamma (~1,3 TH/s): rechnerisch alle ~12.000 Jahre einen Block.
- NerdQaxe ++ (~4,8 TH/s): rechnerisch alle ~3.000 Jahre.
- NerdOctaxe (~12 TH/s): rechnerisch alle ~1.300 Jahre.
Wichtig: Das sind statistische Mittelwerte, keine Wartezeiten. Jeder einzelne Block ist ein neuer Würfelwurf – theoretisch kann es dich schon morgen treffen oder eben nie. Und die Werte verschieben sich mit der Netzwerk-Difficulty, die langfristig steigt. Mehr dazu in Lottery Miner erklärt.
Was kostet der Betrieb?
Der Einsatz für diese Lotterie ist überschaubar – es ist im Wesentlichen der Strom. Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh ergibt sich grob:
- Bitaxe Gamma (~15 W): rund 3–4 € Strom pro Monat.
- NerdQaxe ++ (~80 W): rund 17 € pro Monat.
- NerdOctaxe (~200 W): rund 44 € pro Monat.
- Im Winter ein netter Nebeneffekt: Die Abwärme heizt mit.
Die genaue Formel und weitere Beispiele findest du in Stromkosten beim Bitcoin-Mining berechnen.
Solo oder doch lieber Pool?
Wer keine Lotterie will, sondern regelmäßige, planbare Mini-Auszahlungen, lässt das Gerät stattdessen in einem klassischen Pool laufen. Dann bekommst du anteilig nach Leistung ausgezahlt. Die Kehrseite: Bei einem einzelnen Kleinstgerät liegen diese Auszahlungen oft unter den Stromkosten. Solo verschenkst du dafür die regelmäßigen Cent-Beträge zugunsten der kleinen Chance auf den großen Treffer. Beide Wege sind eher Hobby als Investment – wie sich das rechnet, zeigt Mining-Profitabilität realistisch berechnen.
Die meisten betreiben einen Home-Miner nicht als Geldanlage, sondern als Hobby: um das Netzwerk zu unterstützen, die Technik zu verstehen und ein Stück echte Dezentralisierung zuhause stehen zu haben.
Unser ehrliches Fazit
Als Geldanlage taugt ein einzelner Miner nicht – wer auf sicheren Gewinn hofft, wird enttäuscht. Als günstiges, lehrreiches und überraschend spannendes Hobby, das dich aktiv am Bitcoin-Netzwerk teilnehmen lässt, ist er dagegen schwer zu schlagen. Mehr Hashrate verbessert die Chance spürbar, ändert aber nichts am Lotterie-Prinzip. Geh mit realistischen Erwartungen heran, dann macht Solo-Mining am meisten Spaß. Den passenden Einstieg findest du beim Bitaxe Gamma 601; mehr Block-Chance bietet der NerdOctaxe.
Geschrieben von
Lukas Henning · Mining-Redakteur & Hardware-Experte
Lukas beschäftigt sich seit Jahren mit Bitcoin-Mining und betreibt mehrere Open-Source-Miner wie Bitaxe und NerdQaxe im eigenen Zuhause. Für Open Source Miners testet er Hardware, dokumentiert Setups und übersetzt Mining-Technik in verständliche Anleitungen – praxisnah, ehrlich und ohne Hype.